Projekthintergrund und -ziele

„Du verstehst die Mathe-Aufgabe nicht? War bei mir früher auch so!“ So oder so ähnlich hört es sich häufig an, wenn Mütter mit Töchtern über Hausaufgaben sprechen. Diese frühe negative Beeinflussung von Schülerinnen durch das private Umfeld oder Lehrpersonen verschlechtert ihre Kenntnisse im MINT-Bereich sehr – zumindest ist dies das Resultat des OECD-Bildungsberichts 2015 zur Chancengleichheit der Geschlechter. Dieser Effekt verstärkt sich dadurch, dass die Selbsteinschätzung der Schülerinnen ebenfalls negativ und im Allgemeinen viel schlechter ist, als es ihre Noten tatsächlich widerspiegeln (Jahnke-Klein, 2005).
Ziel des Projekts ist es daher, wirkungsvolle Interventionsformen durch Nutzung digitaler Medien zu identifizieren, um eine gendergerechte und MINT-affine Berufsorientierung zu befördern. Um hierzu belastbare Informationen zu gewinnen, werden über 1,5 Jahre hinweg Schülerinnen der Klassenstufen 6 und 7 aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland aus unterschiedlichen Schultypen in die Untersuchung mit einbezogen. Dabei wird gleichzeitig das soziale Umfeld der Schülerinnen wie Mitschülerinnen und Mitschüler, Eltern und Lehrende mit betrachtet.
Im Projekt kommt unter anderem das Konzept des „MobileCoach“ zum Einsatz, welcher beispielsweise im Bereich der Gesundheitsvorsorge Jugendliche erfolgreich dabei unterstützt, sich das Rauchen abzugewöhnen. Konzeptuell und technisch darauf aufbauend soll der MINTcoach entwickelt werden, um den Schülerinnen MINT „anzugewöhnen“ und dabei gleichzeitig einem negativem Priming entgegen zu wirken. Der MINTcoach bildet dabei die zentrale Kommunikationsschnittstelle zwischen dem Projekt und den Teilnehmerinnen, deren Interesse für MINT-Themen über verschiedene digitale Medien (SMS, App, Webseite) durch individuelle Interventionen geweckt, bzw. ausgeweitet werden soll. Begleitet werden diese individuellen Interventionen des MINTcoach durch Ansätze wie Gamification, kooperatives Arbeiten, Workshops in Schulen und der Hochschule sowie Exkursionen. Begleitende Evaluationen werden sicherstellen, dass der Erfolg der Interventionen bemessen und bewertet werden kann.